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Assad und Putin richten Massaker in Idlib an

Gestern war Weltkindertag. Ausgerufen von den Vereinten Nationen, wird an diesem Tag seit 1989 die „Konvention zu den Rechten von Kindern“ gefeiert – und gemahnt, dass Kinder vor „Gewalt, Ausbeutung, Misshandlung und Vernachlässigung“ zu schützen sind.

Doch ausgerechnet gestern zeigten die Autokraten Baschar al-Assad und Wladimir Putin, dass ihnen Kinderrechte etwa so viel bedeuten, wie das Abhalten demokratischer Wahlen.

Gleich zwei Massaker verübten ihre Armeen in der syrischen Provinz Idlib, in der drei Millionen Menschen eingeschlossen sind, die Hälfte davon Kinder.

Am Nachmittag warf ein russisches Kriegsflugzeug eine Bombe auf ein Wohnhaus in der Stadt Maarat al-Numan. Einst Großstadt mit 110 000 Einwohnern, leben heute nur noch etwa 20 000 Menschen in der regelmäßig von Russland und dem syrischen Regime angegriffenen Stadt.

 

 

Zwei der vier getöteten Kinder nach dem russischen Angriff auf Maarat al-Numan am Mittwoch
Zwei der vier getöteten Kinder nach dem russischen Angriff auf Maarat al-Numan am MittwochFoto: Privat

Einige Stunden später ein weiterer, noch verheerenderer, Angriff, den ein Sprecher der Hilfsorganisation UOSSM so beschrieb: „Um 20.24 Uhr traf eine bodengestützte Rakete das Qah-Lager für die Vertriebenen in Nord-Idlib und richtete Tod und großflächige Feuer an. Mindestens zwölf Menschen wurden getötet und über 20 verletzt, die meisten Opfer waren Kinder und Frauen. Die Rakete landete in der Nähe des lokalen Geburts- und Kinderkrankenhauses und verursachte geringfügige Schäden an der Einrichtung.“

Kurz darauf wurde die Zahl der Opfer auf 15 Tote, darunter sechs Kinder, und 40 Verletzte nach oben korrigiert.

Ärzte kämpfen am Abend in Qah um das Leben eines verletzten Kindes
Ärzte kämpfen am Abend in Qah um das Leben eines verletzten KindesFoto: SAMS

Kaum zu glauben: Für den Angriff nutzte das Assad-Regime – oder verbündete Milizen – eine sowjetische ballistische Rakete vom Typ Tostchka-U (Länge: sechs Meter), die wahrscheinlich 60 Kilometer südöstlich, nahe der Stadt Aleppo, abgefeuert wurde. Fotos zeigen das Antriebssegment der Rakete, das sich kurz vor dem Einschlag vom Sprengkopf löst. Auch dieses Teil fiel auf das Flüchtlingslager herab und löste ein Feuer aus.

Am Donnerstagmorgen betrachten Kinder im Flüchtlingslager Qah die Überreste der ballistischen Rakete, die Assad auf sie feuern ließ
Am Donnerstagmorgen betrachten Kinder im Flüchtlingslager Qah die Überreste der ballistischen Rakete, die Assad auf sie feuern ließFoto: AAREF WATAD / AFPhttps://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/zehn-kinder-sterben-bei-angriffen-assad-und-putin-richten-massaker-an-66174798.bild.html

Putin und Assad töteten mehr als 300 Kinder seit April

Kurz vor den Angriffen zogen die syrischen Weißhelme eine Bilanz des Schreckens der diesjährigen Terror-Offensive Assads und Putins in Idlib und den angrenzenden Regionen.

In einer Erklärung, die BILD vorliegt, heißt es: „Bei dem unerbittlichen Bombardement Nordwestsyriens durch Assad und seinem Verbündeten Russland sind seit dem 26. April 1313 Menschen ums Leben gekommen, darunter 304 Kinder.“ Dies schließt die zehn getöteten Kinder vom Massaker am Weltkindertag noch nicht mit ein.